Menschen/ vidas
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MILTON PRADO
Milton Prado ist Deutscher. Er unterrichtet in Rostock an einer deutschsprachigen Schule und lebt ein deutsches Leben.
Milton Prado ist Peruaner. Er lebt tausende Kilometer entfernt von seinem Heimatland, dennoch lebt er ein peruanisches Leben.
Milton Prado kam das erste Mal im Jahr 1995 auf Einladung eines Freundes nach Deutschland. Die Lust auf das Neue, das Fremde, trieb ihn nach Europa und Deutschland war nur der Ausgangspunkt für seine europäische Entdeckungsreise. Zwei weitere Reisen später stand für ihn die Entscheidung fest, in Rostock sollte sich niedergelassen werden, die regionale Küche, viele Freunde und die Familienplanung gaben Anlass dafür. Seine Ausbildung zum Lehrer für das Spanische, Literatur und Philosophie genoss er noch in Peru, wo er auch für ein Jahr in seinem Beruf arbeitete. Nun unterrichtet er als Fachlehrer für Spanisch und Philosophie an einer Rostocker Projektschule und präsentiert Tag für Tag seinen Schülern einen Fremdsprachenlehrer der „authentischer“ nicht sein kann.
Seine zweite Leidenschaft ist die Musik. Seit der frühsten Kindheit übt er sich im Gesang, der Gitarre und dem Kontrabass und stand schon häufig mit Profi- und Hobbymusikern auf der Bühne. Mit der Gruppe „La Prado Band“ versprüht er in regelmäßigen Abständen lateinamerikanisches Flair unter die leicht kühlen Rostocker Gemüter. Kulturelle Ereignisse sind es auch, die die lateinamerikanische Szene in Rostock zusammenbringen. Einen großen Anteil an dieser interkulturellen Kommunikation hat der Verein Talide e.V..
Ist Milton Prado nun deutscher Peruaner, oder peruanischer Deutscher? Das ist eine Frage die eigentlich keiner Antwort bedarf. Wer sagt, dass man nicht beides sein kann? Prioritäten ändern sich, mal fühlt man sich zum einen hingezogen, ein nächstes Mal, wirkt etwas anderes die größte Anziehungskraft aus. Milton hat sich für ein Leben in Deutschland entschieden, aber wer weiß, vielleicht zieht es ihn irgendwann wieder nach Peru…